
Regulierung von Kryptowährungen in Taiwan: Neuer Rahmen für digitale Vermögenswerte
Taiwan steht vor der Einführung grundlegender Regelungen zur Regulierung von Kryptowährungen. Die Financial Supervisory Commission (FSC) und ein Mitglied des legislatorischen Yuan haben jeweils eigene Versionen des „Virtual Asset Service Act“ entwickelt. Diese Gesetzesentwürfe könnten den rechtlichen Rahmen für den Umgang mit digitalen Vermögenswerten im Land entscheidend verändern.
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Der Bedarf an klaren Richtlinien
Die FSC veröffentlichte kürzlich ihren Entwurf des „Virtual Asset Service Act“, während der Gesetzgeber Huang Shan-Shan Independently am Dienstag eine eigene Version vorlegte. Aktuell fehlt es Taiwan an klaren Vorschriften, die den Betrieb digitaler Vermögenswerte, die Erteilung von Lizenzen und den Schutz der Investoren vor Betrug regeln.
Obwohl Kryptounternehmen in Taiwan bereits den Gesetzen zur Bekämpfung von Geldwäsche (AML) unterliegen, bestehen Unsicherheiten. Die fehlenden speziellen Vorschriften für digitale Vermögenswerte erschweren es den Unternehmen, legale von illegalen Handelspraktiken zu unterscheiden. Dies führt häufig zu plötzlichen rechtlichen Anpassungen oder Strafen, die die Branche destabilisieren können.
Für Investoren bleibt die Situation ebenfalls unbehaglich. Ohne spezifische Gesetze sind sie im Falle eines Zusammenbruchs einer Krypto-Börse oder eines gescheiterten Projekts ungeschützt. Die neuen Gesetze sollen diese Herausforderungen angehen und sicherstellen, dass Unternehmen angemessene Handelspraktiken anwenden und die Interessen der Anleger wahren.
Strenge Vorschriften und mögliche Auswirkungen auf kleine Unternehmen
Das neue Gesetz sieht vor, dass Unternehmen, die den Anti-Geldwäsche-Anforderungen nicht entsprechen oder die Registrierung bei der Regierung überschreiten, mit Geldstrafen von bis zu 5 Millionen NT$ (ca. 150.400 US-Dollar) rechnen müssen. Zudem könnten die verantwortlichen Beamten bis zu zwei Jahre inhaftiert werden. Ziel der Gesetzesvorlage ist es, die gesetzlichen Anforderungen zu verschärfen und sicherzustellen, dass Kryptounternehmen qualitativ hochwertige Dienstleistungen anbieten.
Kevin Cheng, Krypto-Anwalt und Generalsekretär der Taiwan Fintech Association, äußert sich optimistisch über die neuen Vorschriften. Er glaubt, dass diese die Qualität der Dienstleistungen in der Branche verbessern werden. Allerdings wird befürchtet, dass kleine Unternehmen, deren Kapital zwischen 300 und 500 Millionen NT$ liegt, mit den steigenden Lizenzgebühren Schwierigkeiten haben könnten, wettbewerbsfähig zu bleiben.
Eddie Hsiung, ein weiterer Anwalt der Taiwan Fintech Association, schlägt vor, die Regeln differenziert anzuwenden, um kleinen Fintech-Unternehmen die Möglichkeit zu geben, weniger strengen Anforderungen zu genügen. Im Gegensatz dazu sollten größere Unternehmen höhere Standards erfüllen.
Trotz dieser Bedenken bleibt die Mehrheit der Befürworter des Gesetzentwurfs der Meinung, dass strengere Vorschriften notwendig sind, um Investoren zu schützen und Betrug zu verhindern. Frühere hochkarätige Betrugsfälle im Krypto-Sektor unterstreichen die Dringlichkeit solcher Maßnahmen.
Fazit
Die FSC und der Gesetzgeber sind nun gefordert, das Feedback der Branche zu berücksichtigen, bevor sie die Gesetzesvorlage finalisieren. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Regulierung und Innovation könnte es kleinen Unternehmen ermöglichen, zu wachsen und gleichzeitig die regulatorischen Standards einzuhalten. Klare Richtlinien sind entscheidend, um den sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Vermögenswerten in Taiwan zu fördern.