
Russische Finanzbehörden entwickeln Regeln zur Tokenisierung von Eigentum und Waren
Die Finanzbehörden in Russland arbeiten an der Schaffung eines rechtlichen Rahmens zur Tokenisierung verschiedener Arten von Eigentum und Waren. Diese Initiative stammt aus der Marktnachfrage und dem Ziel, dringend benötigte private Investitionen zu gewinnen.
Laut dem russischen Finanzministerium ist der rechtliche Rahmen sowie die erforderliche Infrastruktur innerhalb der nächsten Monate zu erwarten. Diese Entwicklungen sollen neue Anlagemöglichkeiten schaffen, insbesondere in Rohstoffe, die bisher nicht ohne Weiteres für Investoren zugänglich sind.
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Erweiterung der Investitionsmöglichkeiten durch tokenisierte Vermögenswerte
Das Finanzministerium der Russischen Föderation (Minfin) verfolgt das Ziel, digitale Finanzvermögen (DFAs) zu erstellen, die auf tokenisierten Waren und Eigentum basieren. Der stellvertretende Finanzminister Ivan Chebeskov kündigte an, dass an einem Konzept für die Tokenisierung von Waren gearbeitet wird. Dieser Prozess wird als „Verpackung“ verschiedener Arten von Eigentum in digitale Token oder DFAs beschrieben, die in die russische Gesetzgebung integriert werden sollen.
Russland hofft, durch diese Tokenisierung Investoren die Möglichkeit zu geben, in Rohstoffe zu investieren, die zurzeit nicht verfügbar sind. Chebeskov erklärte, dass diese neuen Instrumente Teil von Finanztransaktionen werden könnten und alternative Handels- sowie Investitionsmöglichkeiten bieten würden. Er betonte die Entwicklung von Tokenisierungsinstrumenten, um das Interesse sowohl von Banken als auch von privaten Investoren zu fördern.
Komplizierte Haltung Russlands zu Kryptowährungen
Die russische Regierung zeigt sich jedoch ambivalent in Bezug auf digitale Vermögenswerte wie Kryptowährungen und Token. Während das Finanzministerium eine breitere Nutzung fördert, hat die Zentralbank von Russland (CBR) eine deutlich zurückhaltendere Position eingenommen. Obwohl der Kryptoabbau in Russland legalisiert wurde, gibt es Einschränkungen in bestimmten Regionen des Landes.
Angesichts der finanziellen Sanktionen aufgrund des Ukraine-Kriegs hat Russland Interesse an der Nutzung von Kryptowährungen im Außenhandel gezeigt. Ein „experimentelles Rechtsregime“ (ELR) für diese Transaktionen wurde durch ein Gesetz, das von Präsident Vladimir Putin unterzeichnet wurde, etabliert.
Im März gab das Finanzministerium an, dass es beabsichtigt, die bestehende Austauschinfrastruktur für Kryptowährungen zu testen, wobei der Moskauer Austausch (MOEX) als Schlüsselspieler angesehen wird. Der stellvertretende Finanzminister Alexey Yakovlev kündigte kürzlich an, dass Russland möglicherweise den organisierten Handel mit digitalen Währungen im Rahmen des experimentellen Rechtsregimes einführen könnte, trotz der gegenläufigen Haltung der CBR zur freien Zirkulation von digitalen Währungen außerhalb dieses Rahmens.
Diese Entwicklungen zeigen, dass Russland sich in einer bemerkenswerten Phase der Regulierung und Implementierung digitaler Vermögenswerte befindet, während gleichzeitig die Herausforderungen und Ungewissheiten, die mit Kryptowährungen verbunden sind, bestehen bleiben.