
Europas Erster: Toulouse Metro Adoptiert Bitcoin-Zahlungen
Laut mehreren Berichten wurde Toulouse die erste Stadt in Frankreich, die ab dem 17. März 2025 Bitcoin und andere Kryptowährungen für U-Bahn- und öffentliche Verkehrsmittelzahlungen akzeptiert. Diese Initiativen sind Teil einer umfassenderen Strategie zur Modernisierung der Verkehrssysteme.
Der öffentliche Verkehrsanbieter Tisséo hat am 17. März 2025 Kryptowährungszahlungen für U-Bahn, Bus, Straßenbahn und Seilbahn eingeführt. Dies ermöglicht es Nutzern, Tickets über die Tisséo-Mobile-App auf Android-Geräten zu kaufen. Bitcoin (BTC) sowie über 70 weitere Kryptowährungen werden sofort in Euro umgewandelt, was Tisséo vor Marktschwankungen schützt und es Passagieren ermöglicht, digitale Vermögenswerte für Fahrpreise zu verwenden.
Die Zahlungen werden durch Partnerschaften mit dem Fintech-Unternehmen Lyzi und der Handelsplattform Binance abgewickelt. Ein Einzelticket kostet etwa 0,000024 BTC (ca. 1,80 Euro) und es gibt Optionen für Mehrfahrtenkarten und Abonnements. Es ist jedoch zu beachten, dass iOS-Nutzer von diesem System ausgeschlossen sind, was potenziell Zugänglichkeitsprobleme darstellen könnte.
Zu den akzeptierten Kryptowährungen gehören Bitcoin, Ethereum, XRP, Solana und USDT. Dieser Schritt steht im Einklang mit der wachsenden Akzeptanz von Kryptowährungen in Frankreich. Laut einer Studie von Gemini besaßen im Jahr 2024 18 % der Einwohner digitale Vermögenswerte. Sacha Briand, Finanzleiter von Tisséo, betonte die Modernisierungsziele, die auf der Einführung von Kreditkartenzahlungen in Bussen im Jahr 2023 basieren.
Ein gewisses Hindernis könnte die Regelung zur Angabe von Transaktionen im Steuerformular 3916-bis darstellen, die insbesondere bei kleinen Einkäufen kompliziert sein könnte. Auch Kursschwankungen während der Umrechnung bergen Risiken. Das Modell von Toulouse ähnelt bestehenden Systemen in Argentinien, wo bis 2019 in 37 Städten Krypto-Transit-Zahlungen eingeführt wurden, markiert jedoch ein europäisches Novum.
Frühere französische Versuche, wie der Bitcoin-Versuch des Busunternehmens Isilines im Jahr 2016, waren nicht im kommunalen Maßstab erfolgreich. Sollte der Ansatz in Toulouse erfolgreich sein, könnte dies andere europäische Städte zur Akzeptanz von Kryptowährungen inspirieren, auch wenn die ausschließliche Nutzung von Android-Geräten und steuerliche Hürden das Vorhaben möglicherweise verlangsamen könnten.
Die Initiative verdeutlicht die sich ändernden Zahlungstrends und testet die Machbarkeit von Kryptowährungen in öffentlichen Dienstleistungen. Mit dem steigenden Besitz digitaler Währungen könnte Toulouses Experiment die urbane Mobilität neu definieren, sofern regulatorische und technische Herausforderungen bewältigt werden.