
Europa: Führend bei Krypto-freundlichen Banken
Europa hat sich zur globalen Spitzenregion für krypto-freundliche Banken entwickelt. Aktuell bieten zahlreiche Banken in der Region Dienstleistungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen an, darunter Verwahrung, Handel und Umwandlungen zwischen Fiat-Währungen und Kryptowährungen. Die Ursache für diesen Aufschwung liegt in der Schaffung eines klaren regulatorischen Rahmens für Kryptowährungen.
Inhaltsverzeichnis
Der Anstieg von Krypto-freundlichen Banken in Europa
Eine Studie von Coincub zeigt, dass bis zu 55 Banken in Europa krypto-relevante Dienstleistungen integriert haben. Deutschland verzeichnete dabei sechs Banken, während im Vereinigten Königreich fünf Banken aktiv sind. Auch Länder wie die Schweiz, Liechtenstein und Litauen haben bemerkenswerte Pionierbanken in diesem Bereich etabliert.
Zu den bekannten Namen zählen unter anderem die SEBA Bank (Schweiz), Bank Frick (Liechtenstein), Fidor Bank (Deutschland), SolarisBank (Deutschland), Revolut (UK) und Bankera (Litauen). Diese Banken erleichtern Krypto-Transaktionen und bieten Leistungen wie sichere Verwahrung, Staking und Asset-Tokenisierung an. Die Anzahl der krypto-freundlichen Banken in Europa übersteigt damit deutlich die Angebote in anderen Regionen wie Asien und Nordamerika.
In den USA hat das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) erst kürzlich Banken ermächtigt, sich mit krypto-bezogenen Dienstleistungen zu befassen, insbesondere nach dem White House Krypto-Gipfel.
MiCA-Rahmen erleichtert Bankteilnahme
Der wachsende Einfluss europäischer Banken im Krypto-Sektor ist auch das Ergebnis bedeutender Fortschritte zur Schaffung eines rechtlichen Rahmens für Kryptowährungen. Die Regulation „Markets in Crypto-Assets“ (MiCA) zielt darauf ab, ein transparentes und sicheres Umfeld für Krypto-Dienstleister zu schaffen und die Banken zu ermutigen, diese Dienstleistungen zu integrieren.
Der Erwägungsgrund 6 der MiCA-Regulation besagt: „Ein klarer Rahmen sollte es Krypto-Asset-Dienstleistern ermöglichen, ihre Geschäfte grenzüberschreitend auszubauen und ihren Zugang zu Bankdienstleistungen zu erleichtern, um ihre Aktivitäten reibungslos durchzuführen.“
Durch diesen regulatorischen Fortschritt haben Länder wie Deutschland, die Schweiz und Malta steuerfreundliche Politiken und Vorschriften eingeführt. Beispielsweise wendet Deutschland einen Steuersatz von 0 Prozent auf langfristige Krypto-Gewinne an. Digitale Banken wie N26, Revolut und Fidor haben schnell den Krypto-Trend angenommen, um moderne Kunden zu gewinnen, und bieten oft flexiblere Lösungen als traditionelle US-Banken, die durch strenge Vorschriften limitiert sind.
Herausforderungen und die Zukunft der Krypto-freundlichen Banken
Trotz der führenden Rolle Europas gibt es Herausforderungen. Kursvolatilität, Betrug sowie strenge Anforderungen in Bezug auf Anti-Geldwäsche (AML) und Know-Your-Customer (KYC) bleiben erhebliche Hürden für europäische Banken.
Mit dem bevorstehenden vollständigen Inkrafttreten des MiCA-Rahmenwerks ist Europa gut positioniert, um seine Dominanz in diesem Bereich aufrechtzuerhalten. Allerdings könnte die Einführung von Kryptowährungs-Regulierungen in Asien Europas Marktführerschaft gefährden. Um die eigene Position zu sichern, muss Europa fortfahren, Vorschriften zu harmonisieren und potenzielle Risiken konsequent anzugehen.
Insgesamt zeigt die Entwicklung auf dem europäischen Markt für krypto-freundliche Banken, dass die Region eine zentrale Rolle in der Zukunft der Finanzdienstleistungen einnehmen könnte.