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Ethereum am Abgrund: Historischer Rückgang und wachsende Konkurrenz gefährden die Zukunft der zweitgrößten Kryptowährung

Ethereum unter Druck: Setzt sich der Abwärtstrend fort?

Die zweitgrößte Kryptowährung, Ethereum (ETH), zeigt seit geraumer Zeit eine erhebliche Schwäche gegenüber Bitcoin (BTC). Der ETH/BTC-Chart hat im vergangenen Jahr um etwa 53 Prozent verloren und befindet sich derzeit bei 0,022 BTC – dem tiefsten Stand seit Mai 2020. Der langfristige Trend ist noch besorgniserregender, da seit dem Allzeithoch von 0,156 BTC im Juni 2017 ein bemerkenswerter Rückgang von rund 85 Prozent verzeichnet wurde. Über knapp acht Jahre hinweg ist dies ein Abwärtstrend, der weiterhin anhält.

Mit einem Relative-Stärke-Index (RSI) von 23,32 im zweiwöchigen ETH/BTC-Chart wird die Situation noch kritischer. Ein RSI-Wert unter 30 deutet normalerweise auf eine überverkaufte Marktsituation hin, die eine potenzielle Erholung signalisiert. In diesem Fall jedoch scheint der RSI keinen Boden zu finden und fällt weiter, was darauf hinweist, dass die Abwärtsbewegung weiterhin bestehen bleibt. Der Krypto-Analyst Alessandro Ottaviani beschreibt dieses Szenario treffend als "fallendes Messer", einem Begriff, der für einen schnellen Kursverfall steht, der Kaufinteressierte abschreckt.

Technische Analyse

Die kritische Unterstützung bei 0,022 BTC spielt eine entscheidende Rolle. Falls diese Unterstützung bricht, könnte ETH bis auf 0,016 BTC fallen, was eine Rückgang von bis zu 30 Prozent bedeutet. Sollte Ethereum jedoch in der Lage sein, die Marke von 0,022 BTC zu verteidigen, bleibt eine potenzielle Erholung auf bis zu 0,038 BTC möglich, auch wenn die Abwärtsrisiken weiterhin überwiegen.

Fundamentale Herausforderungen für Ethereum

Neben den technischen Indikatoren gibt es auch fundamentale Ursachen für die Schwäche von Ethereum. Immer wieder wird die zweitgrößte Kryptowährung von der Konkurrenz in Form anderer Layer-1-Blockchains wie XRP, Solana und Cardano unter Druck gesetzt. Diese Projekte gewinnen Marktanteile und scheinen den bisher bestehenden "First Mover Advantage" von Ethereum zu schmälern. Ein Beispiel ist Solana, das regelmäßig höhere Handelsvolumina an dezentralen Börsen als Ethereum verzeichnet.

Ein weiterer Faktor, der die Situation für Ethereum kompliziert, sind die Bitcoin-ETFs, die das bislang gewohnte Muster der Marktzyklusrotation stören. Während in früheren Zyklen Kursgewinne von Bitcoin rasch in Ethereum und kleinere Altcoins flossen, scheint diese Kapitalrotation in der aktuellen Marktphase gebrochen zu sein. Ein weiterer Krisenpunkt war der kürzliche ByBit-Hack, bei dem nordkoreanische Hacker Ethereum im Wert von 1,4 Milliarden US-Dollar entwendeten. Dies führte zu erheblichen Unsicherheiten und Liquidationen unter ETH-Investoren.

Gerüchte um Liquidationsgefahr der Ethereum Foundation

Zusätzlich zu diesen Herausforderungen gab es kürzlich Gerüchte über eine angebliche Liquidationsgefahr der Ethereum Foundation. Analysen von Lookonchain zeigten, dass eine verdächtige Wallet 30.098 ETH (ca. 56,08 Millionen USD) in MakerDAO hinterlegt hatte, um den Liquidationspreis zu senken. Insgesamt waren 100.394 ETH (ca. 182 Millionen USD) als Sicherheit hinterlegt, was Spekulationen über eine Finanzierungsnot der Ethereum Foundation anheizte.

Allerdings stellte eine Analyse durch Arkham Intelligence klar, dass die betreffende Wallet nicht direkt der Ethereum Foundation zugeordnet werden kann. Vielmehr handelt es sich um einen frühen ETH-Investor, der in der Vergangenheit Transaktionen mit der Foundation vorgenommen hat. Diese Klärung bringt zumindest für diese spezielle Angelegenheit Entwarnung.

Fazit – Ethereum bleibt anfällig

Insgesamt bleibt Ethereum sowohl technisch als auch fundamental unter Druck. Der langjährige Abwärtstrend gegenüber Bitcoin setzt sich fort, und ein Bruch der Unterstützung bei 0,022 BTC könnte zu einem weiteren Rückgang auf 0,016 BTC führen. Während eine Erholung theoretisch möglich ist, überwiegen die Abwärtsrisiken.

Ethereum verliert Marktanteile an wachsende Konkurrenten wie Solana und Co., während externe Ereignisse wie der ByBit-Hack zusätzliche Unsicherheiten hervorrufen. Obwohl sich die Liquidationsgefahr der Ethereum Foundation als Fehlalarm erwies, bestehen die strukturellen Probleme weiterhin. Ohne eine klare Trendumkehr bleibt ETH anfällig für weitere Verluste.

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