Künstliche Intelligenz und Kryptowährungen: Changpeng Zhao kritisiert Token-Fixierung
Changpeng Zhao, der Mitbegründer von Binance, auch bekannt als CZ, hat jüngst Bedenken hinsichtlich der aktuellen Entwicklung von Projekten im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) innerhalb der Kryptowährungsbranche geäußert. In einem Beitrag auf der Social-Media-Plattform X, der sich an Entwickler richtete, warnte er davor, dass diese zu sehr auf die Schaffung und Vermarktung ihrer Token konzentriert seien, während die eigentliche Nützlichkeit der KI-Agenten vernachlässigt werde.
CZ appellierte an die Entwickler: "Zu viele AI-Agentenentwickler konzentrieren sich zu sehr auf das Token und nicht genug auf die Nützlichkeit des Agenten. Ich empfehle, zuerst einen wirklich guten Agenten zu machen und ein Token nur dann zu starten, wenn die Produktmarktpassung vorhanden ist."
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Markteinschätzung für KI und Kryptowährungen
Laut Coingecko-Daten stieg die Marktkapitalisierung der Krypto-KI im vierten Quartal 2024 um beeindruckende 322%, von 4 Milliarden USD auf 15,5 Milliarden USD. Diese Trendwende setzte sich im Jahr 2025 fort, wobei die Marktbewertung zum 2. April 2025 auf 21 Milliarden USD anstieg.
Fundraising und Produktentwicklung
Die Diskussion über CZs Kommentare entfachte eine Debatte innerhalb der Community auf X über die Notwendigkeit von AI-Projekttoken. Ein Nutzer fragte Zhao, wie Forschungs- und Entwicklungsteams ohne Token-Verkäufe finanzielle Unterstützung sichern könnten. Viele Investmentfirmen würden schnelle Renditen priorisieren und Projekte dazu drängen, Tokens vorzeitig zu launchen, da sie keine Unterstützung von Risikokapitalgebern erhielten. CZ betonte, dass es für Projekte weiterhin wichtig sei, über Token Spenden zu sammeln, jedoch die Entwickler sich auch auf den Aufbau echter Produkte konzentrieren sollten.
"In der Kryptowelt Geld mit Tokens zu sammeln, ist ein starker Anwendungsfall, aber sie sollten sich trotzdem auf den Bau konzentrieren, nachdem sie angehoben sind und nicht nur die Tokens verkaufen", erklärte er.
Im Zusammenhang mit der Diskussion äußerte der Satoshi Club, eine Gruppe von Marktanalysten, dass "95% der AI-Agenten" kein Token benötigten, woraufhin Zhao anmerkte: "Vielleicht 99,95%."
Ein Influencer, bekannt als Crypto_Bn, verglich AI-Projekt-Token mit Aktienbesitz und argumentierte, sie seien nur "Memecoins", wenn sie kein solides Produkt unterstützen könnten. Viele andere Nutzer stimmten zu, dass viele KI-bezogene Kryptowährungsprojekte lediglich vom Markthype profitieren, um schnell Token auf den Markt zu bringen.
"Zuerst erwarteten wir, dass der KI-Agent-Raum sich darauf konzentriert, den Benutzern echten Wert und Nutzen zu bieten. Es wurde jedoch schnell nur eine weitere Möglichkeit, ihre Token zu bewerben", äußerte ein Nutzer.
Neues Blockchain-Projekt: Ambient
In dieser Woche sorgte ein neues Blockchain-Projekt, unterstützt vom Risikokapitalunternehmen Andreessen Horowitz (A16Z), für Aufsehen, da es die Behauptung aufstellte, Bitcoin ersetzen zu können. Ambient, ein von Travis Good mitbegründetes, KI-orientiertes Blockchain-Projekt, zielt darauf ab, Bitcoin-Miner anzusprechen und jederzeit nützliche Nachweise zu bieten.
Good erklärte, dass die bestehenden Verschlüsselungsmechanismen von Bitcoin möglicherweise "in fünf Jahren vollständig veraltet" sein könnten, und betonte, dass dies für Bitcoin-Miner, die Milliarden in spezielle Hardware investiert hatten, große Herausforderungen darstellen könnte.
Zentrale Kontrolle von KI in der Kryptowelt
Delphi Digital Venture Associate Alex Golding wies darauf hin, dass ein weiteres bedeutendes Problem der aktuellen Nutzung von KI in der Krypto-Branche eine zu zentrale Kontrolle sei. "Jeder in der Krypto-Welt nutzt derzeit zentralisierte KI, um seine Apps zu versorgen und seine Frontend-Operationen zu betreiben", sagte er und merkte an, dass dies den Nutzern die Transparenz über KI-Modelle und die verwendeten Daten entziehe.
Ambient plant, diese Bedenken durch das Konzept der "verifizierten Inferenz" zu adressieren. Dieser Mechanismus wird es Minern ermöglichen, die Antworten von KI-generierten Fakten zu überprüfen. Good führte aus, dass ohne diese Überprüfung Nutzer anfällig für Manipulationen durch feindliche Akteure seien.
Die Entwicklungen in der Krypto- und KI-Szene, insbesondere in Bezug auf Token und deren tatsächliche Nützlichkeit, werden weiterhin heiß diskutiert und könnten in der kommenden Zeit weitreichende Veränderungen nach sich ziehen.