Brasilien stoppt finanzielle Anreize für biometrische Daten: Datenschutzbehörde behält Kontrolle über das umstrittene World-ID-Projekt

Bedenken zur Privatsphäre und regulatorische Herausforderungen für das World ID-Projekt in Brasilien

Die nationale Datenschutzbehörde Brasiliens (ANPD) hat entschieden, das Verbot finanzieller Anreize für Benutzer, die biometrische Daten im Zusammenhang mit dem umstrittenen World ID-Projekt bereitstellen, aufrechtzuerhalten. In einer offiziellen Mitteilung bestätigte die ANPD am 25. März, dass die Kompensation in der Kryptowährung Worldcoin (WLD) für alle Welt-IDs, die durch Iris-Scans in Brasilien generiert werden, eingefroren bleibt. Diese Entscheidung folgt auf eine Untersuchung, die aufgrund zunehmender Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre der Nutzer eingeleitet wurde.

Das World ID-Projekt, das von der Organisation „Instruments for Humanity“ entwickelt wurde, nutzt Iris-Bildgebung, um den Benutzern digitale Identifikationsnummern zuzuweisen. Die ANPD befürchtet, dass die finanzielle Entschädigung für die Bereitstellung biometrischer Daten die Entscheidungen der Nutzer beeinflussen könnte, was zu einem verzerrten Einverständnis führen könnte. Die Behörden äußerten auch, dass die von der regulierten Einheit vorgestellten Lösungen nicht ausreichen, um die Bedenken hinsichtlich der sensiblen Datenverarbeitung auszuräumen. Eine ausdrückliche Zustimmung zur Verarbeitung biometrischer Daten muss laut brasilianischem Recht „frei, informiert und eindeutig“ sein.

Trotz der vorgebrachten Bedenken und der Überprüfung des Verbots durch die ANPD haben die Entwickler des World ID-Projekts keine Änderungen an ihrem Ansatz vorgenommen. Falls das Unternehmen weiterhin Daten sammelt, sieht es sich möglicherweise mit einer Geldstrafe von 50.000 brasilianischen Reais, was ungefähr 8.800 US-Dollar pro Tag entspricht, konfrontiert.

Regulierung von Stablecoins in Brasilien

Neben der Debatte um das World ID-Projekt steht Brasilien auch vor der Herausforderung, Stablecoins zu regulieren, die einen bedeutenden Teil der Kryptowährungsbranche ausmachen. Die brasilianische Zentralbank hat kürzlich Maßnahmen diskutiert, um Stablecoins zur Bekämpfung von Geldwäsche und Steuerhinterziehung zu regulieren. Solche Vorschläge haben bereits Bedenken bei Marktteilnehmern wie Coinbase ausgelöst, die befürchten, dass übermäßige Vorschriften die Innovation behindern und Unternehmen zwingen könnten, weniger transparente Rechtsordnungen zu suchen.

Insgesamt verdeutlichen diese Entwicklungen die Herausforderungen, mit denen Brasilien bei der Regulierung digitaler Identitäten und Kryptowährungen konfrontiert ist, insbesondere im Hinblick auf den Schutz der Privatsphäre der Nutzer und die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen. Die Diskussion um das World ID-Projekt und die Regulierung von Stablecoins wird sicherlich auf politischer und wirtschaftlicher Ebene weitergeführt werden.

Die mobile Version verlassen